"Wir haben Tabus gebrochen“
Sexualpädagogische Aufklärung mit der Caritas im Südsudan

In Yambio, im Südsudan, begleitet die Caritas geflüchtete Familien und Einzelpersonen, deren Grundbedürfnisse gesichert werden. Für ein würdiges Leben braucht es allerdings mehr: In dem Kontext, der von Unsicherheit, Flucht und Gewalt geprägt ist, bleibt das private Leben nicht unberührt. Vor allem Frauen und Mädchen erleben häufig sexualisierte und häusliche Gewalt. Hier braucht es uns = THE RAIN WORKERS, Netzwerk für sexuelle und reproduktive Gesundheit. Wir bilden RAIN WORKER aus, die wiederum in ihren Communities in lokalen Sprachen und auf Augenhöhe sexualpädagogische Aufklärung betreiben. RAIN WORKERS lassen Wissen regnen, damit Frauen wachsen.

Neue RAIN WORKER ausgebildet

Im Auftrag der Caritas haben wir in Yambio in zwei Trainings 15 neue RAIN WORKER ausgebildet. Das Beginner Training fand von 14. bis 19. März und das darauf aufbauende Advanced Training von 28. August bis 3. September 2025 statt. Zwischen den beiden Trainingsblöcken müssen die Teilnehmer*innen ihr Wissen anwenden und Aufklärungssessions abhalten. Sie sammeln so Erfahrungen und können entscheiden, ob diese Art der Arbeit für sie geeignet ist.

„Es gab ein paar Herausforderungen, die wir im Beginner Training erlebt haben. So gestaltete sich das Zeichnen und Benennen der Geschlechtsorgane, insbesondere in der lokalen Sprache Zande, zunächst schwierig. Doch die Übung wirkte sich überraschend positiv auf die Atmosphäre aus, und die Teilnehmenden konnten rasch unabhängig von Geschlecht und Alter angst- und stigmatisierungsfrei über jedes Thema sprechen,“ berichtet Gabriel Maina, einer unserer erfahrenen Trainer, die in Yambio die neuen RAIN WORKER begleitet hat. Er betont die Wichtigkeit, dass Menschen die richtigen Begriffe kennen und Geschlechtsorgane auch benennen können, da es ein erster wichtiger Schritt zur Prävention von sexueller Gewalt ist.

Erfolgserlebnisse in Yambio

„In der afrikanischen Kultur, und für die Zande-Community, ist die Benennung der äußeren Geschlechtsorgane ein Tabu. Es braucht Zeit und einen Eisbrecher, insbesondere wenn beide Geschlechter und unterschiedliche Altersgruppen anwesend sind. Es ist eine große Herausforderung, diese Barrieren abzubauen“, so Gabriel. „Wir haben das geschafft. Wir haben Tabus gebrochen.“ Er berichtet, dass die Gruppe insgesamt sehr stark war, lernwillig und engagiert. Von 17 ursprünglich teilnehmenden Personen konnten 15 die Ausbildung abschließen und zertifiziert werden – ein großer Erfolg! Die neuen RAIN WORKER werden nun ihr Wissen in ihre Gemeinschaften weitertragen und so einen wesentlichen Beitrag zur sexualpädagogischen Aufklärung und Prävention von sexueller Gewalt leisten.

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